Infos über Kolloide

Unter kolloidalen Suspensionen versteht man Flüssigkeiten, in denen kleine feste Partikel schwimmen. "Klein" heißt hier, dass die Teilchen kleiner als etwa 1 µm, und größer als etwa 10 nm sind, wie z.B. die Kügelchen im nebenstehenden Bild.
(Quelle: IDC Corp., USA)
Häufig handelt es sich um Polystyren-Kügelchen in Wasser. Eine gleichnamige Oberflächenladung verhindert, dass die Partikel aggregieren.

TEM PS-Latex

Im weiteren Sinne können Kolloide auch Emulsionen sein, also Flüssigkeiten, in denen flüssige Tröpfchen schwimmen, wie z.B. Milch oder eine Seifenlösung.

Interessant ist vielleicht, dass die Käse- und Joghurtherstellung auf der De-Stabilisierung einer kolloidalen Suspension beruht:

  • Bei der Käseherstellung wird die Milch vorsichtig angesäuert (der pH-Wert gesenkt). Dabei werden die die Fetttröpfchen stabilisierenden Ladungen neutralisiert, die elektrostatische Abstoßung zwischen den Tröpfchen verringert, und die Milch gerinnt.
  • Bei der Joghurtherstellung fügt man hingegen ein Enzym zu der Milch, welches stabilisierende Härchen auf der Fetttröpfchenoberfläche entfernt. Dadurch koagulieren die Fetttröpfchen langsam und bilden ein Gel, eben den Joghurt.

Weitere Informationen, insbesondere Links zu Arbeitsgruppen, die sich mit Kolloidphysik befassen, findet man auf der HomePage der AG von Prof. Palberg in Mainz.